26. August 2024 - Tag 1
Der Termin zur Patientenaufnahme im Klinikum Halle stand um 8 Uhr an, weshalb Micha und ich bereits kurz nach 6 Uhr losfuhren, um genügend Zeit zu haben und nicht in unnötige Hektik zu geraten. Thorvi wurde von Oma Bruni in die Kita gebracht, was uns den Morgen erleichterte. So konnte sie noch in Ruhe ihren Tag beginnen, und ich hatte die Möglichkeit, mich vollständig auf mich selbst und meine gepackten Sachen zu konzentrieren. Doch trotz der äußeren Ruhe war ich innerlich sehr angespannt.
Die bevorstehenden Untersuchungen und der gesamte Ablauf waren wie ein schweres Gewicht, das auf meinen Schultern lastete. Auf dem Weg nach Halle versuchte ich, meine Gedanken zu ordnen und mich nicht allzu sehr mit Grübeleien zu belasten – über das, was mich erwarten würde, wie sehr ich meine Familie vermissen würde oder welche Nachrichten die Ärzte für mich bereithielten. Aber das war leichter gesagt als getan, vor allem mit dem Gefühl, als ob mein Hals jeden Moment zu platzen drohte. Es fühlte sich an, als ob meine Hauptschlagader unter unglaublichem Druck stand und jeden Augenblick reißen könnte. Ein beunruhigendes Gefühl, das mich während der gesamten Fahrt begleitete. Dennoch wurde ich ruhiger, je näher das Navigationsgerät uns dem Ziel anzeigte. Es beruhigte mich zu wissen, dass ich mich im Falle eines gesundheitlichen Zusammenbruchs in unmittelbarer Nähe von Ärzten befand, die mir helfen konnten. Diese Gedanken gaben mir Halt, während wir uns Halle näherten.
Schließlich erreichten wir das Klinikum in Halle Dölau, ein imposantes, großes Gebäude in dem ich glaubte, dass wir uns nie im Leben zurechtfinden werden.
Micha parkte das Auto, und gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum Haupteingang. Der Weg war länger, als wir erwartet hatten. Angekommen bei der Patientenaufnahme, setzten wir uns und warteten geduldig, bis ich schließlich auf die Station gebracht wurde. Dort führten die Mitarbeiter zunächst eine Anamnese durch und entnahmen mir Blut, um weitere wichtige Informationen über meinen Gesundheitszustand zu sammeln. Da ich an diesem Morgen keinen Bissen herunterbekommen hatte und ohnehin vermutet hatte, dass Untersuchungen bevorstanden, erwies sich meine Entscheidung, auf ein Frühstück zu verzichten, als richtig.
Nach einem ersten Gespräch mit dem Arzt brachte man mich auf mein Zimmer, wo ich mich kurz einrichten konnte, bevor ich zu einem CT gebracht wurde. Die Untersuchung verlief zügig, doch der Arzt teilte mir mit, dass er zudem eine weitere Gewebeprobe mithilfe einer Nadel entnehmen wollte. Für diesen Eingriff würde ich in einen Dämmerschlaf versetzt werden, um ihn so angenehm und schonend wie möglich zu gestalten. Nach dem CT fand ich mich auf meiner Liege vor dem OP-Saal wieder, wartend und mit bangen Gedanken. Der Arzt kam kurz zu mir und erklärte mit ruhigen Worten, dass im CT sichtbar geworden war, dass ich eine Thrombose im Hals hatte. Diese Diagnose klärte die Ursache der Schwellungen und der Schluckbeschwerden, die mich zuvor gequält hatten. Er fügte hinzu, dass ich daher Spritzen erhalten würde, um die Thrombose zu behandeln. Kaum auszudenken, dass diese Komplikation auch schwerwiegende Folgen hätte haben können, hätte man sie nicht frühzeitig entdeckt. Diese Information ließ mich aufatmen, denn trotz allem erschien mir diese Behandlung zunächst klar. Mit den Spritzen und der richtigen Medikation konnte ich von Tag zu Tag eine Verbesserung spüren.
Doch es standen weiterhin einige Untersuchungen aus. Zurück auf meinem Zimmer teilte mir die Schwester mit, dass ich am nächsten Tag eine Magen-Darm-Spiegelung durchlaufen würde und ab sofort nüchtern bleiben müsste. Sie überreichte mir einen speziellen Drink, den ich direkt und einen weiteren am nächsten Tag vor der Untersuchung zu mir nehmen sollte. Der Drink war unangenehm und sein Geschmack schlichtweg ekelhaft, doch ich blieb tapfer und kämpfte mich durch. Der Hunger machte mir besonders zu schaffen, doch die freundliche und einfühlsame Unterstützung der Krankenschwestern half mir, die Situation besser zu bewältigen. Eine von ihnen bot mir am Abend an, mir eine Tablette zu geben, falls ich Schwierigkeiten hätte, in der Nacht zur Ruhe zu kommen. Diese Idee erschien mir sinnvoll, doch der Drink zeigte bereits seine abführende Wirkung, und ich wusste, dass ich regelmäßig die Toilette würde aufsuchen müssen. Das Gefühl, tief und fest zu schlafen und meinen Körper unkontrolliert agieren zu lassen, ließ mich das Angebot ablehnen. Dennoch war ich dankbar für die Fürsorge und die Aufmunterungen des Pflegepersonals, die mir in dieser belastenden Zeit stets zur Seite standen.
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